Punkt 4: Eine Briefverbindung mit dem Ausland

Peter erstellt seinen Jahresabschlussbericht für 1962. Dabei ist unter Punkt 4 zu lesen:

Punkt 4: Eine Briefverbindung mit dem Ausland

 

Man könnte sagen, übererfüllt.

  • 2 Verbindungen mit der UdSSR
  • 2 Verbindungen mit Indonesien
  • 1 Verbindung mit Rumänien
  • 1 Verbindung mit Finnland

Aus Finnland sowie aus UdSSR und den zweien aus Indonesien erwarte ich Post. Mir ist bekannt, dass viele DDR-Briefe ins kapitalistische Ausland sowie umgekehrt vernichtet werden bzw. bzw. ihren Absender oder Empfänger nie erreichen. Es ist eine große Schweinerei.

Wenn ich bald keine Post aus Finnland bekomme, dann versuche ich es über Rumänien. Mit der verstehe ich mich mit am besten. Meine Verbindungen werde ich auch nicht aufgeben, sondern werde noch versuchen, sie auszubauen. CSSR usw. Das nehme ich mir vor für 1963.

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Montag, 5. November 1962

Montag, 5. November 1962

 

Höre gerade die Schlagerrevue. Christel Bach singt „Das hat noch Zeit“. Das ist ein Twist.

Wenn in den anderen Ländern etwas unmodern geworden ist, so kommt es zu uns. Drüben spielt man schon längst Madison. Aber es ist ja nicht verwunderlich….

Sonntag, 14. Oktober 1962

Sonntag, 14. Oktober 1962

 

Die Kartoffelferien habe ich glücklich hinter mich gebracht. Im Großen und Ganzen war es mal etwas Anderes. Trotzdem haben mich die Kartoffeln zum Schluss angekotzt.

Doch jetzt will ich einige Einzelheiten bringen. Da ich kein Tagebuch mithatte, muss ich das aus dem Gedächtnis bringen:

Losgefahren sind wir mit einem Bummelzug bis Großenhain. Dort begaben wir uns auf schnellstem Wege zu dem einzigen Bus, der da war (sonst waren nur noch LKW’s da!) Wir waren ungefähr 40 Boys. 20 ließen wir in Kmehlen, 10 Mann kamen nach Laubach und der Rest nach Gävernitz. Ich war unter denen in Laubach. Wir waren ein netter Haufen.

Als erstes wurden wir in unsere Quartiere eingewiesen. Wir lagen alle privat. Eine Schau war das. Das war auch das einzige Beste.

Von der Arbeit gibt es nicht viel zu berichten. Es ist mit der größte Mist, den ich kenne.

Am Abend quatschten ein paar von uns ein Mädchen aus dem Dorfe an. Ich kam zu ihnen. Wir unterhielten uns alle mit ihr. Eigentlich wollten wir sie einladen für unsere Antrittsparty am Abend, aber sie durfte nicht. Dann musste sie Milch holen gehen. Erst wollten wir ja alle mitgehen, aber dann blieb ich mit Holger H. alleine bei ihr.

Als erstes versuchte ich ihr abzugewöhnen, „Sie“ zu uns zu sagen. Übrigens, sie hieß Annerose. Ihre Mutter kannten wir ja vom Felde her. Sie lud uns dann mit nach oben ein. Ihre Oma erzählte uns viel von den Russen und vom Dorfe. Das war ganz schön interessant, aber wir waren ja nur Annerose wegen mit oben. Ich habe Annerose öfter angelächelt.  Ich war mir doch meiner Sache sicher.

Am nächsten Tag verabredete ich mich mit ihr wieder zum Milch holen. Da Holger H. nicht da war, habe ich ihn damit ausgespielt. Er war nicht sehr darüber begeistert. Am dritten Abend versuchte ich sie zu küssen. Davon wollte sie aber noch nichts wissen. Erst am nächsten Tag (Donnerstag) durfte ich sie zum Abschied küssen. Wir sahen uns das letzte Mal am Freitag früh. Da habe ich sie auch noch einmal geküsst. Schlecht ist das Mädchen nicht. Mal sehen, ob es morgen klappt, dann werde ich ihr schreiben. Sie macht sich sicherlich viel Hoffnung auf mich, denn sie schenkte mir noch eine Kette mit einem Herz, worauf geschrieben stand „Vergiss mich nicht“. Vielleicht fahre ich mal hin. Am 11. November ist dort Kirmes. Mals sehen, was sich machen lässt.

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Mittwoch, 5. September 1962

Mittwoch, 5. September 1962

 

Wahrscheinlich ist heute ein bedeutungsvoller Tag in meinem Leben.

In der Schule bekamen wir einen Aufruf, dass man welche suche, die später einmal Pilot usw. werden wollen. Das geht von der GST aus. Nach dem Abitur muss man noch 4 Jahre studieren, um dann mit dem Titel Diplom-Ingenieur abschließen zu können.

Das reizt mich ja unverschämt. Die GST kommt mir sehr entgegen. Die Ausbildung erfolgt übers Wochenende und in den Ferien. Das schönste ist ja, dass die Ausbildung in Motorflugzeugen erfolgt. Man muss viel lernen. Das habe ich mir ja sowieso schon für dieses Jahr vorgenommen…

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Freitag, 20. April 1962

(Kar)Freitag, 20. April 1962

 

Gestern ist nun mein neuer „Vati“ eingetrudelt. Es ist eine verdammte Umstellung. Aber so im Ganzen geht es.

Die „TU-114“ habe ich auch wieder einmal weitergebaut. Der Rumpf ist fertig. Im Ganzen stecken jetzt 6 Stunden Arbeit drin.

Syli habe ich sehr lieb. Heute waren wir mit „Schwiegereltern“ in einem Cafe. Zurück zu bin ich mit Syli allein gelaufen. Wir haben so einige Kilometer zurückgelegt. Mir tun ganz schön die Beine weh. In der letzten Zeit bin ich nur gelaufen. Mein armes Fahrrad ist ganz verwaist. Ich merke gerade, am rechten Fuß habe ich eine Blase. Tolle Sache.

Ach, Syli hat übermorgen Jugendweihe. Ich habe für sie ein paar „Nahtlose“. Es gibt ja so selten welche. Sie wird sich bestimmt freuen. Ich habe sie ja ganz doll gerne. Wir heiraten einmal ganz bestimmt. Wir passen doch so zusammen. Sie ist immer so lieb zu mir. Auch chic angezogen ist sie immer.

Heute hatte ich mich auch einmal „in Schale geworfen“. So mit Schlips. Sah ganz nett aus. Ich will doch auch gut aussehen. Bei nächster Gelegenheit muss ich mir einen Übergangsmantel zulegen. Geld habe ich ja zurzeit. Zu verdienen gibt es im Moment nichts.

Bei Frau Grunewald ist Holz zu sägen. Ebenfalls bei Sylvias Eltern. Bei meiner Schwester M. müsste ich das Zimmer vorrichten, ebenfalls (vielleicht) bei Sylvias Oma. Außerdem gehe ich in den großen Ferien arbeiten.

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Dresden erleben in den 60er Jahren

Dresden 1959 bis 1965

 

Eine Geschichte zum Schmunzeln, und doch nach einer wahren Begebenheit.

 

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Begleiten Sie den jungen Mann Peter bei seiner Selbstfindung während der Zeit von 1959 bis 1965, von ersten zarten Begegnungen mit dem anderen Geschlecht bis zu seiner Hochzeit sowie bei seinen Gedanken zu seiner Zukunft und zum Weltgeschehen.

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Aufgeschrieben in 12 Tagebüchern.

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Alle Bücher können selbstverständlich auch einzeln gelesen werden!

 

 

Bisher sind FÜNF Bände bei Amazon erschienen

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