BUCH SECHS – ist online

 

Gestern ist nun auch Buch SECHS der zwölfteiligen Reihe erschienen.

 

Buch SECHS Mädels sind doch unberechenbar

 

Pünktlich zum Jahresende schließt damit auch das Jahr 1962 ab 🙂

 

23. März 1962 bis 31. Dezember 1962

In Buch SECHS ist Peter noch immer mit seiner Sylvia zusammen. Ab und zu plagen ihn Zweifel, denn es gibt doch noch weitere interessante Mädchen. Er nimmt uns mit zu seinen Ferien- und schulischen Kartoffeleinsätzen. Er lässt uns teilhaben an seinen Gedanken zur damaligen DDR, zu Musik und Kinofilmen.
Auch Gedanken über seine Zukunft spielen immer wieder eine Rolle. Ob sich einiges davon erfüllt, wird in den folgenden Büchern bis Buch ZWÖLF zu lesen sein. Bleiben Sie gespannt!

Begleiten Sie den jungen Mann Peter bei seiner Selbstfindung während der Zeit von 1959 bis 1965, von ersten zarten Begegnungen mit dem anderen Geschlecht bis zu seiner Hochzeit sowie bei seinen Gedanken zu seiner Zukunft und zum Weltgeschehen.

Die Eintragungen wurden nicht verändert. Sie sind in diesem Buch wahrheitsgemäß wiedergegeben.

Vielleicht erkennen sich einige, der heute älteren Generation, darin wieder.
Ein Muss für alle, die in dieser Zeit ebenfalls ihre Jugend in Dresden verbrachten.

 

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Punkt 4: Eine Briefverbindung mit dem Ausland

Peter erstellt seinen Jahresabschlussbericht für 1962. Dabei ist unter Punkt 4 zu lesen:

Punkt 4: Eine Briefverbindung mit dem Ausland

 

Man könnte sagen, übererfüllt.

  • 2 Verbindungen mit der UdSSR
  • 2 Verbindungen mit Indonesien
  • 1 Verbindung mit Rumänien
  • 1 Verbindung mit Finnland

Aus Finnland sowie aus UdSSR und den zweien aus Indonesien erwarte ich Post. Mir ist bekannt, dass viele DDR-Briefe ins kapitalistische Ausland sowie umgekehrt vernichtet werden bzw. bzw. ihren Absender oder Empfänger nie erreichen. Es ist eine große Schweinerei.

Wenn ich bald keine Post aus Finnland bekomme, dann versuche ich es über Rumänien. Mit der verstehe ich mich mit am besten. Meine Verbindungen werde ich auch nicht aufgeben, sondern werde noch versuchen, sie auszubauen. CSSR usw. Das nehme ich mir vor für 1963.

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Sonntag, 14. Oktober 1962

Sonntag, 14. Oktober 1962

 

Die Kartoffelferien habe ich glücklich hinter mich gebracht. Im Großen und Ganzen war es mal etwas Anderes. Trotzdem haben mich die Kartoffeln zum Schluss angekotzt.

Doch jetzt will ich einige Einzelheiten bringen. Da ich kein Tagebuch mithatte, muss ich das aus dem Gedächtnis bringen:

Losgefahren sind wir mit einem Bummelzug bis Großenhain. Dort begaben wir uns auf schnellstem Wege zu dem einzigen Bus, der da war (sonst waren nur noch LKW’s da!) Wir waren ungefähr 40 Boys. 20 ließen wir in Kmehlen, 10 Mann kamen nach Laubach und der Rest nach Gävernitz. Ich war unter denen in Laubach. Wir waren ein netter Haufen.

Als erstes wurden wir in unsere Quartiere eingewiesen. Wir lagen alle privat. Eine Schau war das. Das war auch das einzige Beste.

Von der Arbeit gibt es nicht viel zu berichten. Es ist mit der größte Mist, den ich kenne.

Am Abend quatschten ein paar von uns ein Mädchen aus dem Dorfe an. Ich kam zu ihnen. Wir unterhielten uns alle mit ihr. Eigentlich wollten wir sie einladen für unsere Antrittsparty am Abend, aber sie durfte nicht. Dann musste sie Milch holen gehen. Erst wollten wir ja alle mitgehen, aber dann blieb ich mit Holger H. alleine bei ihr.

Als erstes versuchte ich ihr abzugewöhnen, „Sie“ zu uns zu sagen. Übrigens, sie hieß Annerose. Ihre Mutter kannten wir ja vom Felde her. Sie lud uns dann mit nach oben ein. Ihre Oma erzählte uns viel von den Russen und vom Dorfe. Das war ganz schön interessant, aber wir waren ja nur Annerose wegen mit oben. Ich habe Annerose öfter angelächelt.  Ich war mir doch meiner Sache sicher.

Am nächsten Tag verabredete ich mich mit ihr wieder zum Milch holen. Da Holger H. nicht da war, habe ich ihn damit ausgespielt. Er war nicht sehr darüber begeistert. Am dritten Abend versuchte ich sie zu küssen. Davon wollte sie aber noch nichts wissen. Erst am nächsten Tag (Donnerstag) durfte ich sie zum Abschied küssen. Wir sahen uns das letzte Mal am Freitag früh. Da habe ich sie auch noch einmal geküsst. Schlecht ist das Mädchen nicht. Mal sehen, ob es morgen klappt, dann werde ich ihr schreiben. Sie macht sich sicherlich viel Hoffnung auf mich, denn sie schenkte mir noch eine Kette mit einem Herz, worauf geschrieben stand „Vergiss mich nicht“. Vielleicht fahre ich mal hin. Am 11. November ist dort Kirmes. Mals sehen, was sich machen lässt.

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