Mädels sind doch unberechenbar – Buch ZWEI

Mädels sind doch unberechenbar

 6 Jahre auf dem Weg vom Jungen zum Mann.

 

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BUCH ZWEI – 24. Oktober 1960 bis 31. Januar 1961

 

Buch ZWEI von insgesamt ZWÖLF Büchern.

  • Hinweis: Peter ist hier 15, knapp 16 Jahre alt

 

24. Oktober 1960

 

Ich liebe Bärbel sehr. Daran gibt es keinen Zweifel. Sie ist jetzt in Berlin. Mir kommt es erst jetzt richtig zu Bewusstsein. Es ist sehr traurig. Wir können uns höchstens aller halben Jahre sehen. Nämlich im Sommer und Weihnachten. Ich weiß jetzt noch nicht, wie Bärbel im engeren Sinne über mich denkt, aber eines ist gewiss: so ganz unbedeutend bin ich für sie auch wieder nicht. Sie hat mich auch einmal gerne gehabt. Wir waren in den zwei Monaten mehr zusammen als auseinander. …

 

13. November 1960

 

Gestern habe ich noch die Antwort an Regine M. geschrieben. Ich habe sehr verliebt geschrieben. Eingesteckt habe ich ihn heute. Er kommt spätestens am 16. November 1960 bei ihr an. Ich gebe ihr Zeit zum Antworten bis zum 20 November 1960. Ich erhalte ihn dann spätestens m 23. November 1960. Der Termin für die Antwort ist der 25. November 1960.

 

Ich war heute wieder einmal im Kino. „Ein Mädchen von 16½“ haben sie gespielt. Ich hatte es noch nicht gesehen. Es war ganz gut. Ort: Astoria-Lichtspiele, Preis: 0,85 DM.

 

Morgen geht es wieder in die schule. Mir graut es auch. Chemie und Biologie stehen auf der Tagesordnung. Das gefällt mir gar nicht. Wenn ich in der Leistungskontrolle drankomme, weiß ich nichts. Na, mir soll es egal sein. Bloß gut, am Mittwoch ist schon wieder ein Feiertag.

 

Meine „Illegale“ habe ich leider noch nicht wiedergesehen. Sie könnte sich ruhig wieder einmal sehen lassen. …

 

18. November 1960

 

Leider konnte ich die letzten zwei Tage nicht einschreiben. Vorgestern Abend war ich mit Karle in der Eisrevue. Es war ja ganz schön. Doch hätte sie noch besser sein können. Und gestern Abend war ich wieder im Kino: „Der Mameluck“. Auch dieser Film war interessant. Doch nicht der letzte Schrei. In zwei Wochen bringen sie „Der Graf von Monte Christo“. Zwei Teile sind das. Der Film muss klasse sein. Ich bin schon drauf gespannt.

 

Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Ich habe solche Sehnsucht nach Regine. Ob es Regine ist, ist mir egal. Hauptsache, es ist ein Mädchen. Ich möchte ja gar zu gerne wieder einmal küssen. Den ganzen Tag küssen…

 

Heute waren wir bei der NVA. Wir haben mit „KK“ geschossen. Es war ‚ne Schau. Natürlich muss ich jetzt noch laufend üben. Denn ich will das Leistungsabzeichen bekommen.

Bedingung: 3 Schuss stehend – 3 Schuss aufgelegt – auf 50m auf 10 Scheiben 25 Ringe erzielen.

Ich hoffe doch, dass ich das Quantum erreichen kann. Ich habe wieder sehr viele KK-Patronenhülsen gesammelt. Das reicht wieder ein paar Faschingsvergnügen. Es gibt ein paar schöne Bumse. Im Haus knallt das besonders gut. …

 

04. Dezember 1960

 

Der Film „Gletscherpilot“ war prima. Er war spannend und mitreisend. Mir hat er sehr gut gefallen. Da hat einer einen Engländer gespielt und der hat immer englisch rumgequatscht Der hat mir besonders gut gefallen. Auch der Gletscherpilot Hermann Geiger war prima. Er hat, da es sein Beruf ist, sehr echt gespielt. Auch im Großen und Ganzen war der Film nicht schlecht. …

An einem Spielzeugstand habe ich mich dann umgesehen. Ich entdeckte zuerst einmal das Plastikflugzeug „MIG 15“. Aber das habe ich ja schon. Eine Weile später entdeckte ich das Modell einer „AN-2“. Es ist ein Anderthalbdecker und wird als Rundflugmaschine, als Zubringerflugzeug und in der Landwirtschaft verwendet. Ich habe mir dann das Modell erworben. Nach kurzem Blick in den Kasten legte ich ihn gestern wieder beiseite. Um es aufzubauen, brauchte man doch etwas mehr Zeit. Heute habe ich es zusammengebaut. Es war ja eine ganz schöne Arbeit. Vor allem die Verspannungen haben mir Sorgen bereitet. Aber jetzt ist es fertig. Es sieht schick aus. Ich habe es gleich aufgehängt. Auch mein Plastikmodell „IL 14“ habe ich aufgehängt. Mein Pappmodell „L-60“ muss ich bei Gelegenheit auch weiterbauen. Es sind noch die Fahrwerke anzubauen. Auch der Propeller muss noch gebaut und angebracht werden. Die Segmenthebel werde ich wahrscheinlich auch nicht anbringen. Das macht immer soviel Arbeit. Hoffentlich erwische ich noch ein Modell vom Typ „IL-18“. Die „Caravelle“ würde sicher nicht schlecht aussehen.

 

13. Januar 1961

 

 

Gestern hatte noch mein Schwager R. Geburtstag. Wir haben dort gefeiert. Ich habe Wodka getrunken. Das Zeug schmeckt furchtbar. Auch „Helles“ habe ich gekippt. R. sprach davon, dass er etwas in die Wege geleitet hat, um mir dann seine alte Schreibmaschine zu überlassen. Das wäre sehr erfreulich, denn eine Schreibmaschine habe ich mir schon lange gewünscht. Meine Schularbeiten würde ich dann nur noch mit der Maschine schreiben. Aber ich glaube, dass es so schnell nicht gehen wird.

 

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Mädels sind doch unberechenbar – Buch EINS

Mädels sind doch unberechenbar

 6 Jahre auf dem Weg vom Jungen zum Mann.

 

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BUCH EINS – 13. November 1959 bis 22. Oktober 1960

 

Buch EINS von insgesamt ZWÖLF Büchern.

 

  • Hinweis: Peter ist hier 14/15 Jahre alt

 

Prolog – 25. Januar 1960

 

Ich hatte schon öfters angefangen, ein Tagebuch zu schreiben. Zu Ende geführt habe ich es nie. Der Grund dafür ist recht einfach. Entweder hatte ich keine Zeit oder keine Lust, oder mir ist im Leben noch nichts Wichtiges passiert. Bisher war mein Leben recht langweilig. …

 

13. November 1959

Gestern hat Mutti von ihr gesprochen. Sie sagte, dass sie an der Ecke mit vier Kerlen stehe. Sie wusste gar nicht, wie weh sie mir damit tat. Ich habe auf einer Bank in Dresden an der Elbe ein Herz mit Pfeil und PP + BK eingeritzt. Ich habe ein Bild von Bärbel. Ich bin sehr glücklich darüber.

 

29. Januar 1960

 

Ich habe mich heute in der Bücherei angemeldet. Gestern war ich im Kino. „Der Hauptmann von Köln“. Er war bis auf den Schluss ganz gut.

Morgen schreiben wir eine Russischarbeit. Aber dann haben wir ja Sonntag. Da gehe ich wieder ins Kino. „Die Abenteuer des Till Eulenspiegel“.

 

03. Februar 1960

 

Ich bin nun schon seit dem Sonntag ‚schwer‘ krank. Ich habe eine fürchterliche, dicke Backe. Am Montag hat man mir einen Backenzahn gezogen. Habe ganz schön gejammert. Nun streut er mir schon zwei Tage immer Jodoform (oder so ähnlich) und Chlorpulver auf die Wunde. Das schmeckt überhaupt nicht gut.

 

10. März 1960

 

Heute habe ich Gabriele und die Kleine vom Bischofsweg gesehen. Beide haben gelächelt. Die Kleine lacht mich immer an. Ich sie auch. Sie hat auch schwarze Strümpfe an. Blauen Anorak und einen kurzen Rock. Sie ist mindestens 6. Schuljahr. Also das richtige Alter für mich.

 

Bärbel beachtet mich nicht mehr. Ich sie auch nicht mehr. Ich werde mich wohl damit abfinden müssen. Geliebt habe ich sie jedenfalls immer. Rahmen wir das Symbol ein. Es war meine erste große Liebe!

 

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„01.April 1959 bis 10. März 1960 PP\BK“

 

Nun habe ich keine Freundin mehr. Regina? … Pah! … Die ist nichts für mich. Wenn sie mir treu wäre, so hätte sie mir bestimmt schon geschrieben. Die ist abgeschrieben. Sie bekommt ihren Abschiedsbrief. …

 

02. September 1960

 

Gestern war ich wieder zum ersten Mal in der Schule. So ein Mist. Wir haben neue Lehrer dabei. Unseren Physiklehrer Scheibner haben wir nicht mehr. Auch unser Russischlehrer ist weg. Weiterhin Stabü (Staatsbürgerkunde). Das ist furchtbar. …

 

16. September 1960

 

Ich habe heute an Regine M. geschrieben. Habe dabei aber nichts Bedeutendes hineingeschrieben. Ich hoffe aber, dass wir uns bald einmal treffen.

 

Ab morgen ist auf dem Fucikplatz wieder Rummel. Das ist eine kleine „Biete“. Wir, d.h., Karl und ich, wollen jeden Tag hingehen. Mal sehen, ob sich eine neue Freundin beschaffen lässt. …

 

22. Oktober 1960

 

Am gestrigen Tag ging ich mit zu Karle, um einen Regenschirm zu holen. Bärbel ging hinter uns. Ich hielt ihr dann die Tür im Haus auf. Sie lief ein Stück neben mir her. Ich betrachtete sie. Dann erst grüßte ich sie.  Als wir die Treppen heruntergingen, sagte Karle zu mir:

„Weißt du es schon oder weißt du es nicht?“

Ich wusste gar nicht, wie er es meint. Ich sagte jedenfalls: „Nein, ich weiß es nicht.“

Unten auf der Straße sagte er mir dann:

„K. ziehen am Sonnabend nach Berlin.“

Ich wollte es nicht glauben. Bärbel zieht nach Berlin, ich konnte sie niemals wiedersehen.

Ich sagte zu Karl: „Sonnabend sagst du, das wäre ja schon morgen!“

Nun musste ich schnell handeln. Ich wollte ja nicht meine einzige Liebe verlieren. Aber zunächst gingen wir ins Kino. Ich war sehr traurig. Ich ließ mir aber nichts anmerken. Wenn ich doch irgendwie noch mit Bärbel ins Reine käme. Mir kamen die Gedanken, zu Bärbel zu gehen und ihr alles zu erklären. Aber da dachte ich wieder an meine Schüchternheit. Nein, das ging nicht. Also suchte ich nach einem anderen Weg. Ich fand ihn auch. Ich schrieb nämlich einen Brief. Ich wollte ihn dann selber bei Bärbel einstecken. Aber als ich dann vor der Tür stand, verließ mich der Mut. …

 

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